Biometrische Datensicherheit: Leitfaden für den Smartphone-Verkauf

Erfahren Sie, wie vor dem Smartphone-Verkauf Sie biometrische Daten sicher löschen und dabei Ihre Privatsphäre schützen und Datenlecks verhindern.

Aug 31, 2023 - 2 Min.

Smartphones mit biometrischen Sicherheitsfunktionen bieten einen entscheidenden Vorteil. Niemand muss sich mehr lange und umständliche PIN-Codes merken, sondern das Gerät kann einfach per Fingerabdruck oder Gesichtsscan entsperrt werden. Auch der Zugang zu vielen Anwendungen, wie zum Beispiel der Banking-App, kann einfach über eine biometrische Authentifizierung abgewickelt werden. So kann der Nutzer selbst auf seine sensibelsten Daten einfach zugreifen. Smartphones sind zu Konsumgütern geworden. Der europäische Nutzer ersetzt sein Gerät im Durchschnitt alle 40 Monate. Wenn es an der Zeit ist, das alte Handy zu verkaufen oder zu recyceln, fragen sich viele, ob ihre biometrischen Daten auch nach dem Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen noch gespeichert sind. Lesen Sie in diesem Blogbeitrag, wie Sie sicherstellen können, dass alle Daten auf Ihrem Smartphone vor dem Verkauf gelöscht werden, und welche Risiken Sie eingehen, wenn dies nicht ordnungsgemäss geschieht.

Biometrische Daten auf dem Handy und die Gefahr von Cyberkriminellen

Im Allgemeinen beschreibt Biometrie die statistische und mathematische Messung individueller physischer oder biologischer Merkmale zu Identifikationszwecken. Im Bereich der Cybersicherheit bezieht sich die biometrische Identifizierung auf die Verwendung einzigartiger biologischer Merkmale zur digitalen Authentifizierung und Zugangskontrolle.

Dabei gelten biometrische Authentifizierungsmethoden als sehr sicher und die Anwendungsmöglichkeiten als vielfältig. Insbesondere im Kontext der Cyber- und Datensicherheit werden biometrische Verfahren zunehmend eingesetzt. Einerseits ermöglicht die Biometrie den Nutzern eine schnellere und bequemere Anmeldung bei Konten und anderen Sicherheitsprozessen und erschwert gleichzeitig deren unbefugte Manipulation.

Auf der anderen Seite führen die weitreichenden Einsatzmöglichkeiten biometrischer Daten im Bereich der öffentlichen Überwachung zu wachsenden Datenschutz- und Sicherheitsbedenken. Im Falle einer Kompromittierung biometrischer Daten steigt auch das Risiko von Identitätsdiebstahl und betrügerischen Aktivitäten.

Gerade im Darknet werden nicht mehr nur Passwörter und Benutzernamen gehandelt, sondern zunehmend auch biometrische Daten. Vom Personalausweis bis hin zu Authentifizierungsdaten ist alles dabei.

Viele Menschen gehen aber immer noch sehr sorglos mit ihren biometrischen Daten um. Gelangen diese jedoch einmal in falsche Hände, sind sie praktisch für immer verloren. Deshalb sollten alle sensiblen Informationen, also auch die biometrischen Daten, vor dem Verkauf gelöscht werden. Aber auch nach dem Zurücksetzen des Smartphones gibt es einiges zu beachten.

Biometrische Daten auf dem Gerät trotz Zurücksetzen

Das Zurücksetzen eines Smartphones auf die Werkseinstellungen bedeutet nicht automatisch, dass alle persönlichen Daten und Einstellungen tatsächlich gelöscht werden. Manche Hersteller implementieren Sicherheitsvorkehrungen, um zu verhindern, dass biometrische Daten versehentlich dauerhaft gelöscht werden. 

Welche Daten auf dem Smartphone verbleiben, hängt auch von der Art der Sicherheitsfunktion ab, die das Gerät verwendet. So ist es üblich, dass Fingerabdruck oder Gesichtserkennung verschlüsselt gespeichert werden. Dies erschwert Cyberkriminellen den Zugriff auf die Daten. 

Das Löschen biometrischer Daten von einem Smartphone kann komplex sein und hängt von mehreren Faktoren ab, wie dem verwendeten Betriebssystem, der Datenverschlüsselung und den Restdaten (Rückstände in den Speicherbereichen des Geräts). Die meisten modernen Betriebssysteme wie iOS und Android bieten jedoch in der Regel die Möglichkeit, die biometrischen Informationen auf dem Gerät zu löschen.

Tipps zum Löschen von biometrischen Daten

Um Ihr Smartphone vor dem Verkauf oder dem Recycling zu schützen, sollten Sie die folgenden Schritte befolgen: 

  1. Datensicherung:
    Bevor Sie das Smartphone zurücksetzen, verkaufen oder recyceln wollen, ist es wichtig, dass Sie alle Ihre wichtigen und persönlichen Daten wie Fotos und Kontakte auf einem anderen Gerät oder in der Cloud speichern.
  2. Deaktivierung der biometrischen Funktion:
    Bevor Sie das Gerät zurücksetzen, sollten Sie alle biometrischen Funktionen wie Fingerabdruck- und Gesichtserkennung deaktivieren. Dadurch wird verhindert, dass die sensiblen Informationen auf Ihrem Smartphone verbleiben.
  3. Smartphone vollständig zurücksetzen:
    Damit keine Daten auf dem Gerät verbleiben, sollten Sie Ihr Handy auf Werkseinstellung zurücksetzen. Alle Daten auf dem internen Speicher und der SD-Karten sollten entfernt werden. 
  4. Entfernung von SIM- und SD-Karte:
    Diese enthalten auch sensible Daten, deswegen sollten Sie diese vor dem Verkauf unbedingt entfernen. 
  5. Herstelleranweisungen beachten:
    Um sicherzustellen, dass alle Ihre Informationen von Ihrem Smartphone gelöscht sind, ist es wichtig, das Handbuch des Gerätes zu lesen. Nur so können Sie sicherstellen, dass alle herstellerspezifischen Anweisungen befolgt wurden. 
  6. Professionelle Hilfe einholen:
    In einigen Fällen kann es ratsam sein, dass Sie einen professionellen Dienstleister oder Software in Anspruch nehmen, um sicherzustellen, dass die biometrischen Daten vollständig gelöscht wurden. 

Die Verwendung biometrischer Sicherheitsfunktionen auf Smartphones bringt zweifelsohne Bequemlichkeit und erhöhte Sicherheit mit sich. Dennoch sollten Sie bei der Entscheidung, Ihr altes Smartphone zu verkaufen oder zu recyceln, die Bedeutung der ordnungsgemässen Löschung Ihrer biometrischen Daten nicht unterschätzen. Die Verlockung einer einfachen Zurücksetzung auf Werkseinstellungen ist zwar verständlich, aber nicht immer ausreichend, um die sensiblen biometrischen Informationen effektiv zu entfernen.

 

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