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Vom Tauschgeschäft zu Kryptowährungen: Die Geschichte des Geldes

Jul 26, 2022
3 Min.
Das Zahlungsmittel Geld hat sich immer weiterentwickelt. Ebenso die Betrugsversuche, aber auch die Sicherheitsmassnahmen.
Branka Miljanovic

Für Geld gibt es viele Umschreibungen: Moneten, Penunzen, Knete, Kohle oder auch der schnöde Mammon. In unserem alltäglichen Leben begegnet es uns überall. Seit Jahrtausenden entwickelte es sich stetig weiter: Kamen früher Muscheln, Getreide, Vieh oder verschiedene Edelmetalle zum Einsatz, zahlen die Menschen heute mit Papier, Münzen oder digital. Die Funktionen, die erfüllt werden, sind immer dieselben: Die Tauschmittelfunktion, die Funktion als Recheneinheit oder die Funktion als Wertspeicher. Aber eines hat sich seit der Urgeschichte der Zahlungsmittel nicht verändert. Grosse Summen ziehen Betrüger und Kriminelle an. Wie Sie sich gegen Betrugsversuche im digitalen Zeitalter schützen können, lesen Sie hier: 

Eine kurze Geschichte des Geldes – von der Urzeit bis in das digitale Zeitalter

Eine frühe Form des Geldes ist das sogenannte Warengeld, das bereits in frühen Agrargesellschaften verwendet wurde. Das vormünzliche Zahlungsmittel oder auch „Muschelgeld“ war meist Ware, die neben seinem Tauschwert auch einen Gebrauchswert hatte. Muscheln, Getreide oder Vieh konnten also selbst auch konsumiert werden. Die Währung hatte den Nachteil, dass es keinen allgemeingültigen Wert gab. Mit der Einführung von Edelmetallen als Zahlungsmittel wurde dies geändert, da dieses als relativ wertstabil angesehen werden kann. 

Die Entwicklung zum Münzgeld war hingegen ein längerer Prozess und verbreitete sich höchstwahrscheinlich unabhängig voneinander. Die ersten Münzen führten die Lyder in Kleinasien Mitte des 7. Jahrhunderts v. Chr. ein. Bis ins 19. Jahrhundert gab es im deutschsprachigen Raum verschiedenste Münzarten wie beispielsweise Heller, Groschen oder auch Taler. 

Neben der harten Währung entwickelten sich in Europa ab dem 17. Jahrhundert die ersten Banknoten. Mit diesen verbreitete sich auch das Zentralbanksystem, und im 18. und 19. Jahrhundert entstanden in Europa nationale Banken wie die Bank of England, die Banque de France oder die Reichsbank.

Gegen Ende des 20. Jahrhundert kam es erneut zu einem Umbruch: Durch die zunehmende Digitalisierung wurden auch Geldgeschäfte immer mehr elektronisch abgewickelt. Neben den staatlich anerkannten und regulierten Zahlungsmitteln entstanden auch rein digitale Währungen, die sogenannten Kryptowährungen. Anleger in Kryptowährungen setzen ihr Vertrauen in die zugrunde liegende Technologie - die Blockchain - und nicht in eine zentrale Behörde, wie es bei sogenannten Fiat-Währungen oder von Regierungen ausgegebenen Währungen der Fall ist. Das wohl bekannteste Beispiel einer Kryptowährung ist der Bitcoin. Dieser basiert auf einem dezentral organisierten Buchungssystem. Zahlungen erfolgen nur P2P, also von Person zu Person und es stehen – anders als bei anderen Währungen – weder Banken noch andere Finanzinstitute zwischen dem Sender und dem Empfänger. Neben dem Bitcoin gibt es noch zahlreiche andere Kryptowährungen. Schätzungen zufolge sind es deutlich über 22.000. 

So wie sich das Geld entwickelt hat, hat sich auch der Zahlungsbetrug weiterentwickelt. Fälschten Gauner früher Münzen (Falschgeld), kapern sie nun Konten, nutzen ausgeklügelte Phishing-Methoden oder manipulieren Kontoinhaber durch Social-Engineering-Attacken

Stop me, if you can

Am 24. November 1971, kurz vor Thanksgiving, stieg ein Mann namens Dan Cooper mit 36 anderen Passagieren und sechs Crewmitglieder in eine Boeing 727-051 der Northwest Orient Airlines. Es sollte von Portland in Oregon nach Seattle gehen. Als die Stewardess die Getränkebestellung von Dan Cooper entgegennahm, reichte er ihr einen Umschlag mit den Worten: „Fräulein, Sie schauen sich den Zettel besser an! Ich habe eine Bombe.“ Tatsächlich konnte die Stewardess einen Zettel mit folgenden Worten finden: „Ich habe eine Bombe in meiner Aktentasche. Falls nötig, werde ich von ihr Gebrauch machen. Ich möchte, dass Sie sich neben mich setzen.“ Der Mann forderte 200.000 US-Dollar, vier Fallschirme und Treibstoff, um das Flugzeug wieder aufzutanken. Was ihm schlussendlich gewährt wurde. Mit dem erbeuteten Geld sprang Dan Cooper aus dem Flugzeug und wurde seither nie mehr gesehen. Alles, was die Ermittler an Spuren nach dem Fallschirmsprung fanden, waren drei Bündel verwitterter Geldscheine sowie ein Teil eines Schildes, das wahrscheinlich vom hinteren Teil der Treppe des Flugzeuges stammte, aus dem Cooper gesprungen war. Die Flucht war mehr als spektakulär und der Fall ist bis heute ungeklärt.

Wenn es um Geld geht, können Kriminelle gar nicht raffiniert und spektakulär genug vorgehen, um es zu ergaunern. Mit der fortschreitenden Digitalisierung eröffneten sich für Betrüger immer mehr Möglichkeiten, um Geld zu stehlen. Es vergeht kaum ein Tag, an dem es nicht Meldungen in die Medien schaffen, in denen es um (gelungene) Versuche von Hackern und Betrügern geht, die eine hohe Summe erbeutet haben. Und die Liste an spektakulären Betrügereien wird immer länger: Carbanak sowie der Hack auf die weltgrösste Bitcoin-Börse Mt.Gox, OneCoin, PlusToken, oder auch der Geldwäsche-Skandal um das digitale Bezahlsystem Liberty. 

Die Maschen der Kriminellen sind dabei vielfältig und haben sich genauso wie unsere Bezahlsysteme und Währungen weiterentwickelt. Auch Unternehmen sowie Privatpersonen sind in das Fadenkreuz der Hacker geraten, die nur das Beste ihrer Opfer wollen: ihr Geld. 

Gerade das digitale Zeitalter hat es anscheinend für Cyberkriminelle einfach gemacht. 

Digitale Schutzmassnahmen: Noch einfacher, noch sicherer 

Im Zuge der Digitalisierung ist es auch für Cyberkriminelle einfacher geworden, an persönliche und sensible Daten zu kommen. Ähnlich wie im Fall von Dan Cooper nutzen Cyberkriminelle eine (real) bestehende Identität und versuchen so Konten zu hacken oder betrügerische Transaktionen durchzuführen. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass Schutzmassnahmen ergriffen wurden, um Zahlungen im Internet nicht nur leicht, sondern auch sicher zu machen. 

Mit der Einführung von 3D Secure 2.0 im Jahr 2019 wurde eine zusätzliche Sicherheitsebene eingeführt, die ein verbessertes Authentifizierungsverfahren gewährleistet. Durch die zusätzliche Ebene wird ein komfortables und sicheres Online-Einkaufserlebnis sowohl für den Händler als auch für den Kunden garantiert. Die Entwicklung der Strong Customer Authentication (SCA) hört aber damit nicht auf. Die Europäische Kommission hat für 2022 eine Review der zweiten Zahlungsdiensterichtlinie angekündigt. Ein wesentlicher Punkt soll die verbesserte SCA hinsichtlich Instant Payments sein. Damit hält die Evolution der Sicherheitsmassnahmen mit der Entwicklung des Geldes mit.

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