Nahtlose Zugriffs- und Anmeldeprozesse mit Identity Federation

Lesen Sie, wie Identity Federation Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit verbessert, indem sie den nahtlosen Zugriff auf mehrere Anwendungen ermöglicht.

Apr 6, 2023 - 2 Min.

Identity Federation oder Föderiertes Identitätsmanagement ist ein Konzept in der IT-Sicherheit, welches verschiedenen Organisationen und Systemen den sicheren und nahtlosen Austausch von Identitätsinformationen ermöglicht. Dabei werden Benutzeridentitäten, die normalerweise in verschiedenen Systemen oder Domänen gespeichert sind, zu einer einzigen Identität zusammengeführt, die auf mehrere Systeme und Domänen zugreifen kann. Im Prinzip handelt es sich um eine zusammengefasste Identität, die sich über mehrere Systeme erstreckt. Für Unternehmen bietet dieses Konzept eine Reihe von Vorteilen. Einer der Hauptvorteile für das Identitätsmanagement ist, dass in vernetzten Systemwelten die eigentlichen Daten und Informationen dort bleiben, wo sie abgelegt wurden. Statt riesige Datenbanken zu implementieren und zu pflegen, kann durch Identity Federation ein einheitlicher Datenstandard gewährleistet werden. Was sich genau hinter dem Konzept verbirgt und welche weiteren Vorteile sich daraus ergeben, lesen Sie hier.

Wie funktioniert Identity Federation 

Das Konzept der Identity Federation wird oft durch die Verwendung von Standards wie Security Assertion Markup Language (SAML), OpenID Connect oder OAuth ermöglicht. Dadurch wird sichergestellt, dass Identitätsinformationen sicher zwischen verschiedenen Systemen und Domänen ausgetauscht werden können. Darüber hinaus werden die Identitäten standardisiert verifiziert und validiert. Ein Beispiel hierfür ist die Zusammenarbeit von Unternehmen mit OEMs. Dabei räumt das Unternehmen dem Zulieferer bestimmte Zugriffsrechte ein, so dass alle an einem Projekt Beteiligten immer auf die aktuell benötigten Daten zugreifen können. Dies hat nicht nur enorme wirtschaftliche Vorteile, sondern erhöht auch die Datensicherheit.

Identity Federation verfolgt damit das Konzept des Single Sign-On (SSO). Benutzer müssen ihre Anmeldedaten nur einmal eingeben, um auf mehrere Systeme oder Anwendungen zuzugreifen, anstatt sich bei jedem System einzeln anzumelden. Im Gegensatz zu SSO, das nur innerhalb einer Organisation funktioniert und auf einer gemeinsamen Infrastruktur basiert, ermöglicht Identity Federation die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Unternehmen. Identitätsinformationen werden sicher zwischen den Systemen ausgetauscht, so dass der Benutzer bei Bedarf auch auf geschützte Ressourcen in anderen Domänen zugreifen kann.

Beispiele für Identity Federation: 

  • Business-to-Business (B2B) Identity Federation: B2B Identity Federation ermöglicht Unternehmen den sicheren Zugriff auf Ressourcen in den Systemen anderer Unternehmen, ohne dass eine separate Authentifizierung erforderlich ist. Dies kann die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Unternehmen erleichtern und die Effizienz steigern.
  • Cross-Domain Identity Management (CDIM): CDIM bezieht sich auf die Verwaltung von Benutzeridentitäten, die über verschiedene Domänen oder Organisationen verteilt sind. Identity Federation kann eingesetzt werden, um diese Identitäten sicher zu verwalten und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Organisationen zu erleichtern.
  • Attributbasierte Zugriffskontrolle (ABAC): ABAC ist ein Autorisierungsansatz, bei dem der Zugriff auf Ressourcen anhand von Attributen wie Rolle, Standort oder Zeit gesteuert wird. Die Identitätsföderation kann genutzt werden, um diese Attribute sicher zwischen verschiedenen Systemen auszutauschen und so eine nahtlose ABAC-Implementierung zu ermöglichen.
  • Verwaltung mobiler Geräte (MDM): Identity Federation kann auch für die Verwaltung mobiler Geräte eingesetzt werden, indem eine zentrale Verwaltung von Benutzeridentitäten und -zugriffen ermöglicht wird.

Diese Beispiele zeigen, wie Identity Federation in verschiedenen Kontexten eingesetzt werden kann, um die Sicherheit, die Effizienz und die Zusammenarbeit zu verbessern.

5 Vorteile von Identity Federation 

Identity Federation bietet eine Reihe von Vorteilen, insbesondere in Bezug auf die Verbesserung der Sicherheit, Kosteneinsparungen, die Vereinfachung und Verbesserung der Benutzererfahrung.

  1. Erhöhte Sicherheit: Durch die zentrale Verwaltung von Benutzeridentitäten und die Verwendung standardisierter Protokolle und Verfahren wird die Sicherheit erhöht, da es schwieriger wird, Identitätsdaten zu stehlen oder zu manipulieren.
  2. Vereinfachte Benutzererfahrung: Mit Identity Federation können Benutzer mit einem einzigen Satz von Anmeldeinformationen auf mehrere Systeme zugreifen, was die Benutzererfahrung vereinfacht und die Produktivität steigert.
  3. Reduzierte Kosten: Identity Federation kann Kosten senken, da es nicht mehr notwendig ist, für jede Anwendung oder jedes System ein eigenes Identitätsmanagementsystem bereitzustellen und zu verwalten.
  4. Bessere Interoperabilität: Identity Federation ermöglicht die nahtlose Integration von Anwendungen und Systemen, die in verschiedenen Domänen oder Organisationen betrieben werden.
  5. Verbesserte Compliance: Identity Federation kann die Einhaltung von Compliance-Anforderungen wie Datenschutz- und Sicherheitsvorschriften unterstützen, indem es eine bessere Kontrolle und Überwachung des Identitätsmanagements ermöglicht.

Ein Ausblick in die Zukunft

Identity Federation ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung von Identity Management Systemen, aber es gibt bereits weitere Entwicklungen in diesem Bereich. So ist der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) ein wichtiges Thema. Durch den Einsatz von KI können Anomalien und potenzielle Bedrohungen noch effizienter erkannt werden, sodass IT-Teams früher eingreifen können. 

Auch die Dezentralisierung spielt eine Rolle, da Blockchain als Identitätslösung immer wieder diskutiert wird.

Und nicht zuletzt steht das Internet der Dinge (IoT) im Fokus. Da immer mehr Geräte und Systeme miteinander vernetzt sind, könnten Identitätsmanagementtechnologien in Zukunft vermehrt in IoT-Systemen eingesetzt werden, um ein sicheres und effektives Identitätsmanagement in diesen Systemen zu ermöglichen.

 

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