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Wie gelingt Datenschutz für Kinder und Jugendliche? Tipps für Eltern

Jul 12, 2022
3 Min.
Im neuen Blogbeitrag beleuchtet Nevis die Rolle und Vorbildfunktion von Eltern und Lehrer*innen in Sachen Datenschutz für Kinder und Jugendliche.
Alina Fill

Auch Kinder und Jugendliche sind heute täglich im World Wide Web unterwegs. Doch was machen sie eigentlich an Smartphone und PC? Ob Cyber-Mobbing oder einfach leichtsinniges Weitergeben von Daten – die Risiken und Gefahren für Kinder und Jugendliche im Internet sind besonders hoch. In diesem Blogbeitrag beleuchten wir deshalb, welche Rolle Eltern und Lehrer spielen, wenn es um den Datenschutz für den Nachwuchs geht.

Datenschutz ist keine Frage des Alters. Das sehen auch die Verfasser*innen der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) so. Darin heisst es sogar: „Kinder verdienen bei ihren personenbezogenen Daten besonderen Schutz, da Kinder sich der betreffenden Risiken, Folgen und Garantien und ihrer Rechte bei der Verarbeitung personenbezogener Daten möglicherweise weniger bewusst sind.“

Denn egal, ob jung oder alt, wer online unterwegs ist, hinterlässt Spuren – Datenspuren. Ob Suchmaschinenanfragen, der Webseitenverlauf, der Standort, Social-Media-Postings, Cookies und, und, und: All das wird von den Anbietern gesammelt und analysiert, um Informationen über das individuelle Nutzungsverhalten zu erhalten. Anhand dessen wissen sie über die Vorlieben der Menschen Bescheid und können mit personalisierter Werbung und Inhalten (überflüssige) Konsumwünsche wecken oder anders Einfluss nehmen.

Viele Menschen, aber insbesondere Kinder und Jugendliche, sind sich ihres digitalen Fussabdrucks gar nicht oder kaum bewusst. Ebenso wenig der Tatsache, dass das Internet nichts vergisst. Einmal in Social-Media-Netzwerken hochgeladene Daten, etwa ein Windelbild vom Baby oder ein Schnappschuss von einer wilden Teenie-Party, sind dort häufig für immer abrufbar. Je nach gewählten Privatsphäre-Einstellungen auch für Personen, die diese Bilder nicht sehen sollen und sie vielleicht gegen der Willen der Abgebildeten verbreiten.

Ausserdem darf nicht vergessen werden: Kriminelle sind ebenfalls im Internet unterwegs und an unseren Daten interessiert, um daraus mittels Spam und Phishing Kapital zu schlagen. Auch besteht die Gefahr, dass Kinder und Jugendliche auf nicht altersgerechte Inhalte oder Seiten mit Malware stossen. Und nicht zuletzt können sie in Kontakt mit Personen kommen, die sich unangemessen verhalten.

Datenschutztipps für Eltern 

Die Rolle der Eltern beim Datenschutz für Minderjährige ist enorm wichtig, denn sie können am meisten Einfluss nehmen. Doch wie sorgen sie am besten dafür, dass die personenbezogenen Daten ihrer Kinder im Web grösstmöglich geschützt sind? Wir haben fünf Tipps für Sie:

  1. Seien Sie ein Vorbild 

    Als Eltern gehen Sie mit gutem Vorbild voran. Zeigen Sie Ihrem Nachwuchs, dass sie selbst Datenschutz ernst nehmen und vorsichtig sind mit dem, was Sie im World Wide Web von sich verraten. Erklären Sie, warum es wichtig ist, die eigenen Daten nicht fahrlässig preiszugeben und auch mit den Daten anderer, etwa von Freunden, verantwortungsvoll umzugehen. 
  2. Definieren Sie Grundregeln für die Nutzung von Smartphone & Co.

    Legen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind fest, wie lange PC, Tablet und Smartphone genutzt werden dürfen und wofür. Bitten Sie Ihr Kind darum, mit ihnen zu sprechen, wenn es Apps herunterladen oder seine Daten auf einer Seite eingeben möchte. 
  3. Social Media-Plattformen sicher nutzen

    Gerade anfangs sollen Sie Ihr Kind auf Social Media-Plattformen begleiten. Erklären Sie ihm, dass es mit Angaben, die Rückschlüsse auf die eigene Person ermöglichen, also Name, Adresse oder Telefonnummer, vorsichtig sein sollte. Ratsam ist, die Privatsphäre-Einstellungen im Auge zu behalten, denn sie ändern sich manchmal mit Aktualisierungen – und vermeintlich private Inhalte sind auf einmal öffentlich zu sehen. Machen Sie Ihrem Kind bewusst, dass es gar nicht so einfach ist, einmal Gepostetes zu löschen und dass es sich lohnt, darüber nachzudenken, wie es sich darstellen will, etwa was seine Meinungen angeht. Erklären Sie, dass in sozialen Netzwerken auch Betrüger unterwegs sein können und nicht alle Links auf sichere Seiten führen.
  4. Achten Sie auf Sicherheit 

    Zeigen Sie Ihrem Kind, dass auch von Malware Gefahr droht und es wichtig ist, eine Firewall und Virenschutz zu verwenden sowie regelmässig Backups zu machen. Erklären Sie, wie bedeutsam es ist, auf gute Authentifizierungsmethoden beim Login zu setzen, um die eigenen Daten zu schützen.
  5. Den Einsatz von Kinder- und Jugendschutzmassnahmen prüfen

    Internetbrowser und Betriebssysteme bieten integrierte Kindersicherungen und Familienfilter, mit denen sich ungeeignete Inhalte blockieren lassen. Eltern haben damit die Möglichkeit, je nach Alter und Tageszeit verschiedene Profile festzulegen. Wird ein gemeinsamer Familiencomputer genutzt, empfiehlt es sich, separate Nutzerkonten zu erstellen. Dann können Sie unterschiedliche Nutzerprofile, mit und ohne Kindersicherung, anlegen.

Datenschutz-Unterricht in der Schule

Nicht immer werden Eltern ihrer Vorbildfunktion in Sachen Datenschutz gerecht – und posten selbst leichtsinnig Fotos und Informationen von sich und ihren Kindern. Deshalb sind auch die Lehrer*innen an den Schulen gefragt. Die Rolle der Lehrkräfte ist nach den Eltern schliesslich eine bedeutende, wenn es um die Daten- und Digitalkompetenz von Kindern und Jugendlichen geht. Nicht von ungefähr wird mancherorts sogar die Frage nach Datenschutz als Pflichtfach an Schulen gestellt. Die Diskussion dazu ist längst noch nicht abgeschlossen. Jedoch gibt es bereits Unterrichtsmaterialien für Lehrer*innen, die ihren Schüler*innen die digitale Bedeutung von Datenschutz nahebringen möchten.


Digitale Bildung trifft Schule (DigiBitS) etwa ist ein Angebot des gemeinnützigen Vereins Deutschland sicher im Netz e.V. Es umfasst sogar einen Austausch und eine Vernetzung von Partnerschulen. Lehrkräfte können unter anderem ebenfalls Unterrichts- oder Fortbildungsmaterialien nutzen. In der Schweiz gibt es zum Beispiel Jugend und Medien - das Informationsportal zur Förderung von Medienkompetenzen. Es unterstützt Eltern ebenso wie Lehrkräfte mit umfangreichen Informationen zum Thema Medienkompetenz. Lehrer*innen finden auf der Website nicht nur Tipps, sondern auch Lehr- und Lernressourcen sowie weiterführende Links.Cyber-Kriminalität – wie Sie Ihr Unternehmen schützen!

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