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Welches Wallet ist für die Speicherung von Kryptowährung geeignet?

Sep 30, 2022
3 Min.
Die Auswahl an Krypto-Wallets ist mittlerweile riesig. Wir geben einen Überblick über die wesentlichen Unterschiede zwischen den digitalen Wallets.
Sebastian Ulbert

Handlich, praktisch, für jede Tasche geeignet und am besten noch diebstahlsicher: Das sollten Geldbörsen für den Alltag mitbringen. Das gilt aber auch für das digitale Zeitalter. Wer mit Kryptowährungen handelt, braucht ein Krypto-Wallet, um Bitcoin & Co. zu versenden und zu empfangen. Aber wie auch in der analogen Welt heisst das: Kunden stehen vor der Qual der Wahl. Geht es um Krypto-Wallets, gibt es unzählige Lösungen. Dabei steigt die Nutzung von digitalen Geldbörsen weltweit exponentiell an. Laut Daten von Bitcoin-On-Chain gibt es inzwischen mehr als eine Milliarde Wallet-Adressen. Und dass nur für diese spezifische Währung. Auf was Sie bei der Wahl Ihres Wallets achten müssen, welche Arten von digitalen Geldbörsen es gibt und was diese voneinander unterscheidet, lesen Sie hier: 

Das Werkzeug für die Blockchain – Krypto-Wallets

Um die Blockchain überhaupt zu nutzen, sind Krypto-Wallets ein absolutes Muss. Denn diese sind die Schnittstelle zu einer Blockchain und helfen, mit dieser zu interagieren und überhaupt mit einer Kryptowährung zu handeln. Damit das Senden und Empfangen von Kryptowährungen funktioniert, hat jede digitale Geldbörse eine Adresse, die aus zufällig aneinander gereihten Ziffern und Buchstaben besteht. Diese Adresse ist variabel: Bei jeder Transaktion wird eine neue Adresse in Form eines Links generiert, der idealerweise nur einmal verwendet wird.

Im Gegensatz zu physischen Geldbörsen, die das Geld enthalten, befinden sich die Währungen aber nicht auf dem Wallet selbst, sondern das Wallet ist mehr die Tasche, in der die Aufbewahrung der öffentlichen und privaten Schlüssel (Public und Private Key) gewährleistet wird. Diese Keys sind der eigentliche Zugang zu den digitalen Währungen. Sind Sie im Besitz des Private Keys, sind Sie automatisch der Besitzer der jeweiligen Kryptowährung, die auf der Adresse Ihres Wallets hinterlegt ist. Da die Generierung beider Schlüssel durch die digitale Geldbörse erfolgt, ist es wichtig, das jeweilige Wallet mit grosser Sorgfalt auszuwählen. 

Hot and Cold: Eine erste Unterscheidung der Wallet-Arten 

Grundsätzlich wird zwischen zwei Arten von Wallets unterschieden. Ähnlich wie bei anderen Speichersystemen wird hier zwischen „cold“ und „hot“ unterschieden. Ein Cold-Wallet ist also offline gespeichert und nicht mit dem Internet verbunden. Für das aktive Handeln ist eine „kalte“ Aufbewahrung eher ungeeignet. Diese Art von Speicherung ist für Investitionen und grössere Summen ideal, da Cyberkriminelle kaum Chancen haben, auf das Wallet zuzugreifen. 

Für den aktiven Handel dagegen eignen sich sogenannte Hot-Wallets besser. Hierbei ist das Wallet auf einem Rechner mit Internetverbindung gespeichert. Die Software – oft in Form einer App – kann sich also auf einem mobilen Endgerät, einem Cloud-Server oder auf einem Laptop befinden. Gerade diese Art von elektronischer Geldbörse eignet sich für Anfänger. Aber auch Investoren, die an Krypto-Börsen handeln, bevorzugen diese Methode der Aufbewahrung. Der Nachteil: Da eine Internetverbindung vorhanden ist, macht diese Art der Speicherung anfälliger für Cyberkriminelle, was der Hack auf die Kryptobörse KuCoin aus dem Jahr 2020 beweist. Hier gelang es Hackern, Kryptowährungen im Wert von 285 Millionen US-Dollar zu stehlen. 

Es gibt aber noch weitere Unterarten bei Hot- und Cold-Wallets. 

Cold as Ice: Hardware- und Paper-Wallets

Das Hardware-Wallet ist vermutlich das häufigste Cold-Storage-Medium, wenn es um die Aufbewahrung von Zugangs-Keys geht. Und wie der Name schon sagt: Dem Benutzer liegt ein physisches Endgerät vor, das meistens der Grösse eines USB-Sticks entspricht. Das ist durchaus praktisch, denn die meisten Nutzer wollen portable Geräte, die aber auch langlebig sein sollen. 

Der grösste Vorteil eines „physischen“ Krypto-Wallets ist die Sicherheit. Denn diese Art von Wallet verbindet sich nur über das Web-Portal des Herstellers mit dem Internet. Somit gibt es kaum eine Angriffsfläche oder Hintertür, die Cyberkriminelle ausnutzen können. 

Eine besondere Form eines kalten Wallets ist das Paper-Wallet. Diese waren in der Geburtsstunde von Bitcoin sehr beliebt. Der Name „Wallet“ ist hier ein wenig irreführend, da er sich nicht explizit auf die Aufbewahrung bezieht, sondern auf die Generierung einer Wallet-Adresse und den Druckvorgang des privaten Schlüssels als QR-Code auf Papier. Experten raten aber von dieser Art der Verwahrung ab, weil die Technologie als veraltet und risikoreich gilt, da bei Beschädigung oder Verlust des QR-Codes die gesammelten Coins unwiederbringlich verloren sind. 

Praktisch und flexibel: Online-, Mobile- und Desktop-Wallets 

Bei dieser Art von Krypto-Wallet handelt es sich um eine Online-Anwendungen, die für das Senden und Empfangen von digitalen Währungen eingesetzt werden. Der Schlüssel wird online hinterlegt und bei der jeweiligen Krypto-Börse gehostet. Diese elektronischen Geldbörsen sind sehr praktisch und oft für den Einstieg in den Handel mit Kryptowährungen empfohlen, da die Einstiegsbarriere niedrig ist und sich auch für Menschen eignet, die einen geringen technologischen Kenntnisstand aufweisen. Dennoch haben diese Wallets einen signifikanten Nachteil. Da die Schlüssel online aufbewahrt werden, sind sie ein beliebtes Ziel von Cyberkriminellen. Denn die virtuellen Geldbörsen können nicht nur durch geklaute Login-Daten, sondern auch durch Ransomware kompromittiert werden. 

Zwei weitere Formen des Online-Wallets sind die Mobile-Wallets und Desktop-Wallets. Technologisch unterscheiden diese sich kaum von den gängigen onlinebasierten Geldbörsen. Der Unterschied: Sie können ganz einfach via App auf Ihrem Smartphone mit der jeweiligen Kryptowährung handeln. Desktop-Wallets sind ebenso Software-basiert. Allerdings sind diese als Programmdatei auf Ihrem Desktop gespeichert; deshalb sollten Sie auch hier vorsichtig sein: Durch Remote-Access-Trojaner (sogenannte RAT) beispielsweise können Hacker Ihr Smartphone infiltrieren und sowohl Ihre Login-Daten abfangen als auch weitere Authentifizierungsschritte umgehen. Daher gilt der Grundsatz: Die Wallets sind nur so gut geschützt wie das Endgerät, auf dem sie liegen. 

Gerade wenn Sie digitale Geldbörsen nutzen, die unter die Kategorie „hot“ fallen, ist es wichtig, diese so gut wie möglich vor Cyberangriffen zu schützen. Mit Zwei-Faktor-Authentifizierung können Sie ihre privaten Keys durch zwei unabhängige Zugriffs-Komponenten schützen und so Hackern einen Riegel vorschieben.

 

Quantifizierung der Auswirkungen von Credential Stuffing und Kontoübernahmen für 10 B2C Kategorien in der EMEA-Region 

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