Kontakt
3 Monate testen

Blockchain: fälschungssicher, direkt und effizient

Sep 13, 2022
3 Min.
Die Blockchain gilt als disruptive Technologie, die nicht nur die Finanzwelt auf den Kopf gestellt hat. Mehr zur Funktionsweise und Einsatzgebieten:
Branka Miljanovic

Die Blockchain ist in der Gesellschaft angekommen. Vor allem für die Zukunft des Finanzwesens gewinnt die disruptive Technologie zunehmend an Relevanz. Allerdings ist sie nicht einfach zu verstehen. Die meisten Menschen verbinden mit dem Begriff Blockchain „irgendwas mit Kryptowährung“. Lesen Sie hier, wie die Technologie funktioniert, welche Vorteile sie bietet und in welchen Branchen sie zur Anwendung kommt. 

Blockchain – eine kurze Erklärung der Funktionsweise

Die Blockchain ist technisch gesehen eine dezentrale Datenbank, die in einem Netzwerk auf einer Vielzahl von Rechnern gespiegelt wird. Wer an dem System teilnimmt, muss also zunächst diese Datenbank installieren. Darin lassen sich Daten transparent und dezentral – das heisst, ohne übergeordnete vermittelnde Instanz – sowie fälschungs- und manipulationssicher verwalten. Dadurch lassen sich beispielsweise Transaktionen in Kryptowährungen dezentral überprüfen und authentifizieren. 

Der Begriff Blockchain ergibt sich aus der Dokumentationsmethode für Daten: Einzelne Datensätze werden in Blöcken zusammengefasst und zu einer kontinuierlichen Blockkette (blockchain) oder Datensatzkette verknüpft. Daran werden immer neue Datenblöcke chronologisch angehängt, sobald ein Block verifiziert worden ist. Auf diese Weise kann jeder Teilnehmer die Historie bestimmter Datensätze, beispielsweise Finanztransaktionen, nachvollziehen. Denn jeder Block enthält die entscheidenden Informationen der Transaktion: beteiligte Personen, Ort, Datum sowie den Wert beziehungsweise die Menge. 

Innerhalb eines Systems einigen sich die Nutzer, auch Nodes (englisch für „Knoten“) genannt, auf einen einheitlichen Stand der Datenkette und speichern eine vollständige Kopie der Datenhistorie. Dadurch ist es schwierig, die Daten zu manipulieren, da alle innerhalb des Netzwerkes auf eine korrekte Kopie zurückgreifen können. Zusätzlich kommen kryptografische Mechanismen zum Einsatz, um die Daten praktisch unveränderlich machen. Das bedeutet, dass sich jede Transaktion nur ein einziges Mal in der Kette abspeichern und danach nicht mehr bearbeiten lässt, wenn sie als neuer Block an die Kette gehängt wird.

Die grossen Vorteile der Technologie bestehen darin, dass die Transaktionen für alle Nutzer immer transparent und nachvollziehbar bleiben. Die Datenspeicherung läuft verteilt – es gibt keinen Vermittler wie beispielsweise eine Bank beziehungsweise eine (staatliche) Kontrollinstanz. 

Von der Idee zur Technologie – und was Bitcoin damit zu tun hat

Die Urväter der Blockchain sind Stuart Haber und W. Scott Stornetta. 1991 beschrieben sie ihre Idee für eine kryptografisch abgesicherte Kette von Blöcken und entwickelten eine erste Software dazu. Das Programm versah digitale Dokumente mit Zeitstempeln, sodass diese manipulationssicher wurden. Zudem verblieben die Dokumente in der korrekten chronologischen Reihenfolge. Ein ähnliches Konzept wurde auch 1996 von Ross J. Anderson und zwei Jahre später von Bruce Schneier und John Kelsey dargestellt. 2004 entwickelte Hal Finney auf dieser Basis ein Reusable Proof of Work (RPoW). 

Der breiten Öffentlichkeit wurde die Blockchain aber erst mit dem Beginn der Kryptowährung Bitcoin im Jahr 2009 bekannt. So wird die Idee einer verteilten Datenbank im Aufsatz von Satoshi Nakamoto „Bitcoin: A peer-to-peer electronic cash system” beschrieben, allerdings nicht unter der Bezeichnung Blockchain. In einigen Publikationen ist auch David Chaum erwähnt, der bereits 1982 die Prinzipien von digitalen Währungen beschrieb. Er gilt zudem als Vater verschiedener kryptographischer Protokolle.

Die Blockchain lässt sich also nicht einem „Erfinder“ zuschreiben, sondern entwickelte sich stetig weiter. Und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Vielen ist der Begriff Blockchain zwar nur durch Bitcoin, Ethereum und anderen Kryptowährungen bekannt. Aber es gibt bereits viele weitere Anwendungsmöglichkeiten. 

Ein Beispiel sind die sogenannten Smart Contracts. Dabei handelt es sich um Verträge, die ohne eine automatisch in Kraft treten oder auch ausgesetzt werden – etwa, wenn der Käufer eine Zahlung versäumt. 

Private und Public Blockchains

Bei der Blockchain-Technologie wird grundsätzlich zwischen dem privaten/ zentralisierten und dem öffentlichen/ dezentralisierten Ansatz unterschieden. Public bedeutet, dass jeder Nutzer die gleichen Rechte und Privilegien innerhalb des Systems hat. Alle können den Inhalt der Blöcke lesen und Transaktionen ausführen. Die bekanntesten Beispiele für Public Blockchains sind Bitcoin und Ethereum.

Die Vorteile der Public Blockchain liegen darin, dass sie ein hohes Mass an Sicherheit bietet, die Kosten minimiert und Fehler vermeidet. Allerdings gibt es auch Kritik. Als datenschutzrechtlich bedenklich gilt etwa, dass alle Transaktionen für die Teilnehmer einsehbar sind. Zudem wird beanstandet, dass sich die Nutzer vollständig auf einen Algorithmus verlassen. 

Im Gegensatz dazu gibt es beim privaten Ansatz eine zentrale Instanz und/ oder eine eingeschränkte Teilnehmerzahl. Die Nutzer müssen eingeladen werden, nur dann können sie die Transaktionen sehen. Aufgrund der geringeren Zahl an Teilnehmern ist hier allerdings das Manipulationsrisiko höher. 

Weitere Einsatzmöglichkeiten der Blockchain

Die Blockhain bietet aber nicht nur für Produkte und Dienstleistungen im Finanzwesen, sondern auch für andere Branchen enormes Potenzial. So gibt es bereits Überlegungen im Gesundheitswesen, Daten von Patientenakten miteinander zu verbinden und auf diese Weise die Patientenversorgung zu verbessern. 

Im Automotive-Bereich spielt die Blockchain ebenfalls eine immer grössere Rolle. So können Autovermietungen mithilfe von Smart Contracts die Customer Experience verbessern. Auch das Identitätmanagement lässt sich optimieren, um Risikoabwägungen und Versicherungsfragen schneller und zuverlässiger zu klären. 

Mit der disruptiven Technologie lässt sich zudem das Supply-Management verbessern – in Form von ausfallsicheren, flexiblen und transparenten Lieferketten.

Die Einsatzmöglichkeiten der Blockchain sind fast unbegrenzt und werden in Zukunft an Vielfalt zunehmen. Damit können Unternehmen aus verschiedenen Branchen neue wirtschaftliche Potenziale erschliessen. Bereits heute lassen sich mithilfe der Technologie manuelle Geschäftsprozesse vereinfachen und automatisieren. Zudem dämmt ihr Einsatz die Betrugsmöglichkeiten von Cyber-Kriminellen ein und macht (Finanz-)Transaktionen sicherer.

 

Quantifizierung der Auswirkungen von Credential Stuffing und Kontoübernahmen für 10 B2C Kategorien in der EMEA-Region

Ähnliche Artikel