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Problemfall Passwort: Digital Natives leichtsinniger als Silver Surfer

Sep 6, 2021
3 Min.
In einer neuen Studie hat Nevis Erstaunliches zum Online-Verhalten von Digital Natives und Silver Surfern herausgefunden.
Sebastian Ulbert

Ob Shopping, Banking oder Social Networking – wir alle erledigen immer mehr Dinge online. Die Sorge um die Sicherheit privater Daten bei Online-Aktivitäten zieht sich dabei durch alle Altersgruppen. Laut einer aktuellen Studie, die Nevis unter deutschen Konsumenten durchgeführt hat, sind unter den Befragten die 14- bis 39-Jährigen sogar besorgter als die Älteren. Trotzdem bewegen sich die Jüngeren, die teilweise mit Smartphones und Internet gross geworden sind, mitunter unvorsichtiger in den digitalen Weiten des Netzes als die Älteren. So nutzen sie ein Passwort eher schon mal für mehrere Accounts oder teilen es sogar mit Freunden. Und nicht nur in Bezug auf die Passwortsicherheit zeigen die Studienergebnisse erstaunliche Unterschiede zwischen Jung und Alt. 

Im April 2021 hat Nevis für die repräsentative Studie in Zusammenarbeit mit dem Online-Marktforschungsinstitut ‘mo'web research’ 1’000 deutsche Konsumenten ab 14 Jahren befragt. Die Fragen drehten sich etwa um Themen wie Passwörter, Akzeptanz des Social Login als Form des Single Sign-on (SSO) oder die Nutzung der Multi-Faktor- Authentifizierung. Unterteilt wurden die Studienteilnehmer in vier Altersgruppen: 14 bis 19 Jahre, 20 bis 39 Jahre, 40 bis 59 Jahre und über 60 Jahre. 

Dabei fällt auf, dass jeweils mehr als 50 Prozent der 40-bis 59-Jährigen und der über 60-Jährigen angeben, ein und dasselbe Passwort nie für verschiedene Online-Konten zu nutzen. Bei den 20- bis 39-Jährigen sagen dies nur 41 Prozent und bei den 14- bis 19-Jährigen 43 Prozent. Unter den Studienteilnehmern, die zugeben, dass sie ein Passwort manchmal für mehrere Accounts verwenden, liegen die jüngsten Befragten mit erschreckenden 57 Prozent auf dem negativen Spitzenplatz.

Auch in Sachen geteilte Passwörter sind ältere Personen vorsichtiger: Zwar haben 14 Prozent der Befragten über 60 Jahre ihr Passwort schon einmal geteilt. Bei den Jüngeren bis 39 Jahre sind es aber mehr als doppelt so viele. Bei den 20- bis 39-Jährigen gibt sogar fast ein Drittel zu, so leichtsinnig mit der eigenen Passwortsicherheit zu sein. 

Bequemlichkeit in Sachen Passwort schätzen die jüngeren Befragten auch an anderer Stelle: Obwohl davon abgeraten wird, Browser-Erweiterungen für die Sicherung von Passwörtern zu nutzen, setzt jeweils mehr als ein Viertel der 14- bis 19-Jährigen beziehungsweise der 20- bis 39-Jährigen darauf. 

Jüngere nutzen eher Multi-Faktor-Authentifizierung 

Gefragt wurde im Rahmen der Studie ebenfalls, wie die Konsumenten die Art, ihre Konten zu schützen, nach einer Cyber-Attacke ändern. In allen Altersgruppen liegen dabei Passwortänderungen vorne. Am häufigsten werden komplexere Passwörter genutzt. Daneben verwenden die User nach einem Sicherheitsvorfall viele und komplizierte Passwörter oder ändern ihr Passwort regelmäßig. Die Multi-Faktor-Authentifizierung – gefragt wurde konkret nach der Zwei-Faktor-Authentifizierung – folgt bei den getroffenen Massnahmen erst auf dem vierten Platz. Dieser Methode, die in jedem Fall sicherer ist, als bei der Authentifizierung lediglich nur auf ein Passwort zu setzen, stehen jüngere Menschen offener gegenüber. In der Altersgruppe der bis 39-Jährigen verwenden die genannte sicherere Methode rund 39 Prozent und bei den 40- bis 59-Jährigen sogar 46 Prozent – bei den über 60-Jährigen sind es nur rund 29 Prozent. 

Ältere Personen skeptisch bei Single Sign-on via Social Login

Um ihren (Neu-)Kunden die Registrierung und Anmeldung so einfach und komfortabel wie möglich zu machen, nutzen viele Unternehmen Single Sign-on (SSO). Auf diese Weise können Kunden ihre Identität mit den bereits verifizierten Anmeldeinformationen ihrer Social-Media-Accounts authentifizieren. Facebook oder Google sind dann die Mittler bei der Verifizierung. Ein großer Vorteil eines solchen Single Sign-on für die Verbraucher ist, dass das lästige Einrichten eines weiteren Online-Kontos entfällt. Denn sie können einfach Benutzername und Passwort ihres Social-Media-Accounts verwenden. Das Vertrauen in diese sehr bequeme Form des Logins konnten die Studienteilnehmer auf einer Skala von 1 bis 10 bewerten. Ihre Angaben unterscheiden sich in den unterschiedlichen Altersgruppen beträchtlich. Die ältesten Studienteilnehmer vergeben am häufigsten die niedrigsten Werte: 37 Prozent der über Sechzigjährigen, 27 Prozent der 40- bis 59-Jährigen, 21 Prozent der 20- bis 39-Jährigen vergeben auf der Punkteskala dazu die Vertrauenswerte 1 bis 2. Bei den 14- bis 29-Jährigen findet sich hier keine Nennung. Sie vergeben dafür die grösste Zustimmung bei den Topwerten 9 und 10. Diese hohe Zustimmungsrate nimmt mit dem Alter der Befragten kontinuierlich ab. 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Digital Natives wider Erwarten bei manchen Aspekten der Passwortsicherheit unvorsichtiger handeln als jene Nutzer, die in einer vorwiegend analogen Welt gross geworden sind. Bei modernen Technologien wie der Multi-Faktor-Authentifizierung, die ebenfalls der Online-Sicherheit dienen, haben sie jedoch die Nase vorn. 

Übrigens: Weitere Ergebnisse der Studie unter Konsumenten und einer Befragung von 500 IT-Entscheidern rund um das Thema IT- und Login-Sicherheit hat Nevis im neuen „Sicherheitsbarometer 2021“ zusammengefasst. 

Hier geht es zum Nevis Sicherheitsbarometer

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